Montag, 19. Dezember 2011

Eigennutz kennt keine Scham? Eine Replik auf die Werbung Herbeder Gewerbetreibende für Edeka.

Während bundesweit nach neuen Lösungen gesucht wird, die gewachsenen Zentren zu stärken und der Überdimensionierung von Verkaufsflächen zu Gunsten einiger weniger Betreiber und Investoren Einhalt zu gebieten, klammert sich eine Handvoll Mitglieder der Werbegemeinschaft an den Edeka-Konzern, in der Hoffnung, er werde für die Lösung ihrer Probleme in der Meesmannstraße sorgen. ("Eine Information von Mitgliedern der Werbegemeinschaft Herbede. Wir sind für einen Edeka-Markt im Gerberviertel", Der Herbeder, Dezember 2011)

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Den Inserenten müsste klar sein, dass etwa ein Drittel der gesamten Verkaufsfläche im Herbeder Zentrum bei einer Ansiedlung im Gerberviertel auf einen einzigen Betreiber entfallen würde. Auf dessen Randsortimente hat kein Herbeder Gewerbetreibender Einfluss, das heißt, der Lebensmittelsupermarkt kann beispielsweise Blumen, Zeitschriften usw. verkaufen. Auf optische Geräte wird er dagegen eher verzichten. Das wissen die beiden Augenoptiker natürlich. Aber eine zusätzliche Bäckerei ist in den meisten großen Lebensmittelsupermärkten, auch bei Edeka, vorgesehen, wodurch der kleinere Bäcker in der Meesmannstraße möglicherweise zur Aufgabe gezwungen werden wird.
Aber das muss die forschen Befürworter der Edeka-Ansiedlung im Gerberberviertel ja nicht kümmern. Und warum kommt für die Befürworter der Ansiedlung eigentlich nur Edeka in Frage, nicht vielleicht Rewe oder Lidl oder Kaiser's ...?

Bemerkenswert ist, dass sich unter den Befürwortern der Ansiedlung Edekas im Gerberviertel auch Kaufleute befinden, die es eigentlich gelernt haben sollten, eine Standortentscheidung nicht nach Gefühlslage zu treffen, sondern nach dem Abwägen von Vor- und Nachteilen, auf der Grundlage vorhandenen Zahlenmaterials. Vermutlich haben sie es für sich selbst auch so gemacht, bevor sie sich an die Öffentlichkeit trauten. Und genau dies ist der springende Punkt: Sie haben es ausschließlich für sich selbst gemacht, nicht für die gesamte Werbegemeinschaft und nicht für die übrigen Einzelhändler, Gewerbetreibenden und Immobilieneigentümer im Bereich der Meesmannstraße. Und erst recht nicht für die zukünftige Entwicklung des Zentrums.

Es hat in den letzten Jahren mehrere Diskussionsforen mit der Verwaltung und mit bis zu 150 Bürgern gegeben, und es wurden Beschlüsse gefasst. Diese Leute, die sich jetzt in einer Anzeige zu Wort melden, waren nicht dabei. Schön, dass sie jetzt Zeit haben.
Das Gutachten von Stadt+Handel, das eine aktuelle, vernünftige Grundlage für eine gemeinsame Diskussion über die Zukunft des Zentrums ermöglicht, wird jedoch von ihnen ignoriert. Gespräche sind offenbar unerwünscht, und die Antworten sind aus der Zeit vor 2007 bereits bekannt. Integrierte Stadtplanung ist und bleibt für sie ein Fremdwort.

Es sind Leute wie diese, die den Stillstand verursacht haben und jetzt nach Abhilfe rufen, ohne dass sie sich selbst dafür anstrengen müssten. Die gemeinsame Entwicklung eines Stadtteils erfordert zumindest ein paar Kenntnisse über Stadtentwicklungskonzepte, die man sich aneignen und die man gegeneinander abwägen muss, wenn man nicht als Populist da stehen möchte.

Bemerkenswert an dieser Anzeige ist, dass nicht die Werbegemeinschaft die Ansiedlung Edekas im Gerberviertel unterstützt, sondern lediglich ein paar Mitglieder, die dazu aber das im Ort bekannte Logo der Werbegemeinschaft verwenden. Ob sie dazu berechtigt sind?


Quelle:
Weiterführende Literatur:

1 Kommentare:

  1. Also mich hätte mal interessiert ob die Geschäftsleute diese Antworten auch noch gegeben hätten als sie an ihren alten Standorten gewesen sind! Schaut man sich die alten Standorte mal an, so kommt man zu dem Schluss, dass wen ein Supermarkt im Gerberviertel gebaut werden würde die alten Standorte alle tot gewesen wären. Jetzt da sie sich zum Gerberviertel hin orientiert haben, hoffen sie auf mehr Laufkundschaft durch den Markt. Dieser Schuss kann aber auch ganz schnell nach hhinten losgehen! Viele der Pflegeprodukte gibt es bei einem Vollsortimenter auch. Und diese werden auch gerne direkt dort mitgenommen. Und eins steht bestimmt fest einen so großen Kundendurchlauf wie ein Lebensmittelgeschäft wird Rossmann bestimmt nicht haben! Also nicht nur immer an die eigenen Standortvorteile denken sondern auch einmal an die Belange der anderen Herbeder denken die diesen Markt nicht wollen.

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